Canada

Oh Canada. Hier werden wir anlanden. Ab da geht's dann einmal kreuz und quer durch den Amerikanischen Kontinent. Durch Täler, über Berge, durch Wüsten und Flüsse. Wir sind gespannt. Das Abenteuer Panamericana kann beginnen. Nach etwas mehr als einem Jahr Vorbereitungszeit geht es hier in einem der östlichsten Punkte Canadas, der Stadt Halifax, los Richtung Tierra del Fuego.

 

Fakten Canada:

 

Größe1:                9.984.670 km²                                                                       1Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Canada

Bevölkerung1:   36.286.425 Menschen

Hauptstadt1:     Ottawa

Währung1:          CAD (Canadian Dollar) 

Random fact:    Before being renamed Regina in 1882, this lovely city was known as 'Pile O Bones.

 

 

Geplante Route für Canada

28.02.2017

 

Manche Sachen klappen auf Anhieb, bei anderen braucht man ein bisschen bis es funktioniert und wiederum andere sind einfach verhext. So ist es zum Beispiel wenn man sich wirklich intensiv auf eine Reise vorbereitet und alles minutiös durchplant, damit alles glatt läuft mit der Fahrzeugverschiffung und den Flügen und so weiter und dann fährt in Liverpool ein Kran gegen die Radaranlage der Atlantic Star und zerstört sie. Die Reederei ist gerade dabei Ersatz heranzuschaffen, um zu versuchen, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Ohne Radar fährt heute halt einfach kein Schiff mehr los.

Im Moment sieht es so aus, als ob die Reparatur es ermöglichen würde die Atlantic Star am 02.03.2017 aus dem Hafen in Liverpool auslaufen zu lassen. Das hieße, dass unsere Reise mit etwa 10 Tagen Verspätung losginge. Die Reederei geht allerdings bei dieser Prognose von einigermaßen passablem Wetter sowie von einem reibungslosen Verlauf der Reparaturen aus. Man wird also sehen wann die Kiste tatsächlich wieder dazu überredet werden kann sich über den großen Teich zu bewegen.

 

Auf Grund dieser Ereignisse ist also die geplante Route sowieso Essig. Wir werden mal sehen, was wir noch schaffen, und zur Not halt einfach wiederkommen.

 

In der Zwischenzeit werden wir uns dann also erst mal nach Canada bewegen und dann berichten, was es alles so im schönen Halifax zu entdecken gibt. Wir haben ja auf jeden Fall eines: Zeit.

Anreise und Ankunft in Halifax

28/02/2017

 

First class or no class.

 

Am Flughafen in Hamburg sind wir zunächst ziemlich überrascht worden. Wir kamen nichts ahnend die Rolltreppe von der S-Bahn hoch und da stand auf einmal ein merkwürdiger Haufen Menschen rum, mit einem Sixpack Astra und einer laufenden Boombox. Soweit so gut. Dieses Mal war aber der Unterschied, dass wir diese Leute alle gut kannten. So blieb uns nichts anderes übrig als uns der Liebe zu ergeben und an Ort und Stelle erstmal ein kleines Blondes zu vernaschen. Nachdem wir dann auch unser Aufgabegepäck erfolgreich losgeworden sind, haben wir uns dann zusammen mit Nathalies Bruder, der zwischenzeitlich auch angekommen war, vor dem Flughafen platziert, Punk angemacht, Bierchen getrunken und die vorbeieilenden Rollkoffer-Menschen irritiert. Ein perfekter Abschied. Das dachten zumindest wir. Als wir uns dann in der Schlange zum Sicherheitscheck anstellen wollten gab es nämlich noch You'll never walk alone in Stadionlautstärke aus 15 Kehlen.

 

So ging es dann etwas in Richtung Flugzeug. Anderhalb Stunden später landeten wir auch schon in Paris. Allerdings natürlich in Orly, im Süden der Stadt der unhöflichen Einwohner, und das Hotel war um die Ecke vom Flughafen Charles de Gaulle, im Norden der Stadt. Also von Airbus in den normalen Bus umgestiegen und schon ging die wilde Fahrt durch den Pariser Feierabendverkehr los.

Einschub: Wenn man von mehreren Leuten gewarnt wird, dass ein Flughafen unübersichtlich ist, dann tut man das zumeist ab und denkt sich im Stillen, dass das mit Sicherheit am mangelnden Orientierungssinn des oder derjenigen liegt. Und dann gibt es Charles de Gaulle. Da ist es wirklich komplett egal wen man fragt, es gibt nur eine Antwort: „Oh nein, du fliegst über Charles de Gaulle.“ Wir hätten also vorbereitet sein können.

Das eigene Vermögen vollkommen überschätzend, kommen wir also am „Flughafen der Verrückte macht“ an und haben nur eine Aufgabe: Den Shuttlebus ins Hotel zu finden. Soweit so gut. Wir zwei Naivchen nehmen also den Hörer vom Telephon mit der Aufschrift „Hotel Mercure (ja das ist das von uns gebuchte Hotel)“ ab und lassen uns den Weg zum Shuttle Bus erklären.

Einfach mit dem Flughafen eigenen Shuttle-Zug eine Station fahren und dann kommt da auf dem Parkplatz der Shuttle Bus an. Das stimmte zwar auch, der Bus ging aber zu einem anderen Mercure Hotel als das, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten. Also haben wir an der Rezeption gefragt, ob es möglich wäre uns ein Taxi zu rufen, damit wir damit zu unserem Hotel fahren könnten. War es nicht. Erste dümmliche Gesichtsausdrücke zeigten sich. Wann den der nächste Shuttle Bus zurück zum Parkplatz käme und wo denn der eigentliche abführe wollten wir gerne als nächstes wissen. Die Auskunft, die wir bekamen war: Direkt an der Stelle wo euch der Bus absetzt fährt der „Black Bus“. Der nächste Shuttle Bus fährt in 5 Minuten. Okidoki, so schlimm wird's schon nicht werden... Als nach 20 Minuten immer noch kein Bus da war fingen wir dann doch an pampig mit der guten Dame an der Rezeption zu werden und prompt fuhr uns jemand zum Parkplatz zurück. Noch schnell vom Busfahrer bestätigen lassen, dass der Bus auch genau da abfährt wo die Rezeptionsfrau gesagt hatte – und die nächste Überraschung. Nein, nein, da müssen sie zwei Stationen mit dem Shuttle Zug fahren und dann in den Black Bus einsteigen.

Da hatten wir die Schnauze voll, sind einfach eine Station mit Zug gefahren und haben da dann einen orangenen Bus gesehen auf „Black Line!“ stand und gedacht: was solls, wird schon passen...“ 20 Minuten später lagen wir im Hotel auf dem Bett. Merci Charles de Gaulle.

Da wir am nächsten Morgen immerhin wussten wo uns der „Black Bus“ absetzen würde (auch wieder geringfügig um 30 Minuten verspätet) wussten wir ja, dass wir immerhin im richtigen Terminal sein würden. Nicht ganz. Der Bus fuhr nur bis Terminal 2 statt 3, weil wurde nicht ganz klar. So mussten wir also wieder in den Shuttle Zug und noch ein paar Stationen zurücklegen, bis wir dann endgültig am Terminal 3 sein würden. Also stiegen wir an der Station Terminal 3 aus, nur um festzustellen, dass der tatsächliche Terminal 10 Minuten Fußweg entfernt liegt.

Aber genug über diesen Abschnitt unserer Reise.

Denn jetzt kommt das bisherige Highlight: Club-Class nach Montreal. Direkt nachdem man an Bord kommt und sich hinsetzt wird man gezwungen die erste Entscheidung zu treffen: Champagner pur oder mit Orangensaft?

 

Einen tatsächlich sowas wie fast angenehmen Flug später landen wir in Montreal. Hier ist es dann auch einfach das Shuttle zu finden und wir verbringen unsere ersten Stunden auf dem amerikanischen Kontinent damit zu duschen, Kaffee zu trinken und erst einmal zu entspannen.

 

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht geht es dann zurück zum Flughafen und ab ins nächste Flugzeug. Dieses Mal geht es mit einer Propeller-Maschine weiter nach Halifax. Der Flug ist an sich völlig unspektakulär, aber der Ausblick aus dem Fenster ist phänomenal. Kanadas Größe lässt sich zwar auch aus 6.000m nur schwer abschätzen, man bekommt aber einen ersten, kleinen Eindruck davon.

 

05/03/2017

 

Dass das mit dem öffentlichen Nahverkehr funktioniert ist dann die nächste angenehme Überraschung. Der Bus für ganze $ 3,50 fährt pünktlich los und nach nur einer halben Stunde sind wir mitten in Halifax. Von hier aus sind es dann 15 Minuten zu Fuß durch die Innenstadt zum Hotel.

 

Das navigieren in Halifax ist durch die Schachbrett-Anordnung der Straßen wirklich leicht. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, dass die Stadt bergig ist. Ziemlich bergig. Als Leute, die es gewohnt sind, dass Hafenstädte flach sind ist dies zunächst ungewöhnlich, inzwischen haben wir uns aber daran gewöhnt / damit abgefunden. Gleiches gilt auch für die Versorgung mit Lebensmitteln und Bier. Die Portionen hier sind eine ganze Ecke größer als die in Hamburg üblichen. Wir haben es aber noch nicht geschafft etwas zu essen, was uns nicht geschmeckt hat. Vom Brisket bis zu Dumplings haben wir eine Menge probiert und es war wirklich lecker.

 

Da unser Auto ja noch ein bisschen auf sich warten lässt haben wir uns heute erstmal einen Mietwagen organisiert und fahren damit morgen zum Prince-Edward-Island. Als ernsthafter Land Rover Ersatz taugt der Kia Soul nicht, aber wir sind zuversichtlich, dass der Placebo-Effekt bald einsetzt und wir das echte Reisen also „on the road“ alsbald genießen werden. Außerdem macht es weniger Spaß als gedacht bei 5-6 Windstärken und einer Außentemperatur von -10°C spazieren zu gehen.

Maritime Museum of the Atlantic

Dafür kann man bei solchem Wetter prima durch Museen tingeln ohne das Gefühl zu haben etwas zu verpassen. Also sind wir ins Maritime Museum of the Atlantic gehuscht und auf Entdeckungstour gegangen. Als einziger größtenteils eisfreier Hafen Canadas am Atlantik kommt Halifax nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht große Bedeutung zu. Halifax ist auch ein Einwanderungs-Hafen. Zudem wurde Halifax sowohl im ersten, wie auch im zweiten Weltkrieg von den Alliierten als Ausgangspunkt für Hilfs-Konvois über den Atlantik genutzt. Hier ist die Verbindung nämlich rein rechnerisch die kürzeste bis zu den britischen Inseln und deshalb besonders geeignet für Verbunde mit langsameren Schiffen. Allerdings hat eine solche Konzentration an Mensch und Material auch seine Schattenseiten. So kam es am 06.12.1917 (also vor rund 100 Jahren) zu einer ziemlichen Katastrophe. In der Meerenge zwischen dem geschützt liegenden Innenhafen und der freien See kollidierten ein französicher, bis auf Deck vollgeladener Munitionsfrachter und ein norwegischer Frachter, der humanitäre Hilfsgüter nach Belgien bringen sollte. Das Munitionsschiff fing innerhalb von Sekunden Feuer, da an Deck Fässer mit Benzin gelagert waren. Die Crew des Schiffes gelangte, mit Hilfe von Rettungsbooten, noch an Land und ging in Deckung, dann kam es zur bis dahin größten menschengemachten Explosion aller Zeiten. Ein Teil der Ruderanlage, der 300kg wiegt wurde von der Mont Blanc (dem Munitionsschiff) in 5,5km Entfernung gefunden. Die Häuser von etwa 25.000 Menschen wurden zerstört und keine Glasscheibe im Umkreis von 3km war mehr intakt. Weil die Häuser nicht nur aus Holz gebaut, sondern auch mit Öfen befeuert wurden, fing der Rest des Ufers, der nicht von der Explosion verfetzt wurde nun Feuer. Insgesamt kamen ca. 2.000 Leute bei der Katastrophe ums Leben. Ein ganzer Stadtteil wurde dem Erdboden gleich gemacht und musste komplett wieder errichtet werden.

In dem Museum gibt es außerdem noch eine ausführliche Titanic Ausstellung (Tragik ist hier irgendwie unübersehbar). Die Besatzungen von Kabel-Verlege-Schiffen, die in Halifax stationiert waren, waren nämlich die ersten, die anfingen die Toten, der 2 Tage vorher untergegangenen Titanic zu bergen.

 

Aber auch Schiffsbauer, Segelmacher, Seiler und Modellbauer haben es ins Museum geschafft. Das größte Modellschiff in Nordamerika gibt es hier zu besichtigen. Ein Modell der RMS Mauretania. Das Modell entstand zur Zeit des Baus des Schiffes. Das Schiff war ursprünglich ein Modell der Lusitania, aber als die versenkt wurde, wurde das Modell kurzerhand umgespritzt.

 

 

PEI

Da es uns zu sehr unter den Nägeln brannte was zu unternehmen auch wenn unser kleines Autochen noch nicht zur Verfügung steht, haben wir uns ein Auto gemietet. Herausgekommen ist dabei ein Kia Soul. Also haben wir uns am nächsten Morgen hinein geschwungen und sind erstmal losgefahren in Richtung Prince Edward Island (PEI). Neues Auto ist ja schon irgendwie ungewohnt, und dann mussten wir uns noch unserem Navi mit nicht besonders zuverlässigem GPS und der Angewohnheit uns über Fährverbindungen nach PEI kommen zu lassen, die im Winter nicht existieren, unterwerfen. Über kurz oder lang kamen wir dann schlussendlich doch gut in Charlottetown an. Ein wenig kauzig ist die Insel schon. Aber das kann man, glaub ich, von den Einwohnern jeder Insel sagen. Auf jeden Fall ist Charlottetown eine Reise wert. Überhaupt ist der Süden von Kanada unfassbar schön. Der Himmel ist gigantisch, die Wälder schier endlos und es lässt sich einfach gut reisen in dem Land. Nun gibt es in Charlottetown eine Menge kleiner Brauereien (wie eigentlich überall in Kanada), aber hier gibt es einen Pub, der sich den beleibteren Einwohnern der Insel verschrieben hat. Sprich: Die Portionen bekämen so ziemlich jeden satt. Also haben wir gemütlich fast aufgegessen und waren dann froh, dass wir noch ein bisschen zu Fuß nach Hause gehen konnten.

 

Am nächsten Tag fahren wir, angestachelt von unserer Inn-Keeperin Kelti, den ersten „scenic drive“ unseres Abenteuers – in einem Kia. Aber das soll der ganzen Sache keinen Abbruch tun. PEI ist voll mit rolling Hills und an der Küste entlang hat gefühlt jedes zweite Haus ein Boot zum Hummer fangen vor der Tür stehen. Weil wir aber zu spät losgefahren sind und auch nicht wirklich hohes Tempo an den Tag legen, werden wir schnell von der Abenddämmerung eingeholt und entscheiden uns zurück zu fahren. Wegen der gestrigen Erfahrung mit dem Essen sind wir dann lieber einkaufen gefahren und Nathalie hat uns auf zwei elektrischen Pfannen Essen mit tatsächlichem Gemüse gemacht. Soviel Vernunft muss selbst in den ersten spannenden Wochen unterwegs irgendwie sein.

 

Noch immer gut gestärkt vom Vorabend sind wir dann, natürlich nicht ohne ausgiebiges Frühstück, den zweiten von drei scenic drives auf PEI angegangen. Allerdings natürlich wieder etwas später als gedacht. Hier konnten wir dann zum ersten Mal ergründen, was es heißt wenn der Kanadier sagt: „Das könnte ein bisschen winden heute“. Der gemeine Norddeutsche würde das ganze als eher stürmisch bezeichnen. Aber auch auf dieser Ecke der Insel werden wir zwar immer von netten Menschen aber auch von einer ganzen Menge „Closed for the Season“ Schildern begrüßt. Es gibt auch Varianten: „See you in May“ oder „Will be back in Spring“. Alles bestimmt kein Problem aber man kommt sich ein bisschen veräppelt vor von den Broschüren, die in unserer Herberge ausliegen. Die zeigen nämlich muntere Leute bei Ausflügen zu Zielen, die alle noch zu haben – inklusive der Nationalparks. Es ist eben auch erst März.

 

So entschlossen wir uns die Closed for the Season Schilder in einem anderen Teil Kanadas auch noch anzugucken und fuhren die knappe 400km am nächsten Tag nach Lunenburg in Nova Scotia.

Lunenburg und Umgebung

Lunenburg (44.377256, -64.309345) ist eines der schönsten Städtchen, die wir beide überhaupt jemals zu Gesicht bekommen haben. Alles ist irgendwie unwirklich niedlich. Das kann durchaus damit zusammenhängen, dass Lunenburg zum Welterbe der UNESCO gehört und daher nur nach bestimmten Auflagen gebaut werden darf. Es ist aber auch ein durch die Bank weg überzeugender Ort und eine landschaftlich unübertroffene Küstenregion.

Schon bei der Ankuft wurden wir von unserer AirBNB Hostess darauf aufmerksam gemacht, dass wir am nächsten Abend zu Larry zu gehen hätten. Okidoki, dann gehen wir zu Larry. Larry hat es sich nämlich in den Kopf gesetzt eine Charity zu gründen, die sich darum bemüht die maritime Historie der Gegend zu bewahren. Kurz um: Dafür zu sorgen, dass die Jugend nicht vergisst, dass sie es Fischern und sonstigen Seefahrern zu verdanken hat heute so sorgenfrei auf dieser Erde herumlaufen zu können. Er hat eine Art Laden eröffnet, in dem es nichts wirklich zu kaufen gibt, wo aber jeder nur erdenkliche Nippes, der mit Seefahrt und Küstenfischerei zu tun hat herumsteht und hängt. Jeden zweiten Freitag im Monat lädt Larry nun zur BYOB-Veranstaltung und die Hälfte des Städtchens kommt zusammen. Von 8-88 sind alle da, trinken ein bisschen was, essen Käse, Brot und diskutieren über Larry, die Seefahrt und alles was eben noch so passiert ist in den letzten beiden Wochen. Als erster ein riesiges Dankeschön für die Einladung und die Einführung an Larry und wer ihn dabei unterstützen möchte kann sich sehr gerne über seine Homepage (http://lunenburgseaport.com/) bei ihm melden.

 

Als wir am nächsten morgen mit doch etwas schwereren Schädeln aus den Federn kriechen, beschließen wir auch noch ein paar Bilder zu machen. Zu unserem erstaunen stellen wir, dass es -10 Grad sind und ziemlich eisige 6-8 Windstärken durch Lunenburg tosen. Nützt nicht, der Kater geht nicht von alleine weg. Nach einer knappen Stunde sind wir allerdings so durchgefroren, dass wir uns unserem Schicksal ergeben und erstmal Chowder essen gehen. Immerhin haben wir einen knapp 50m langen Eisbrecher aus den 60ern gesehen, der immer noch im Betrieb und damit ziemlich gut in Schuss ist. Zudem gibt es in ganz Nova Scotia, somit auch in Lunenburg, noch tatsächlich Menschen, die vom Fischfang leben können und somit auch noch Trawler, die im Hafen auf die eisfreie Zeit warten.

Halifax die Zweite

Nun wurde es aber wieder Zeit nach Halifax zu fahren, da in der Zwischenzeit unser allerliebstes Autochen auf Abholung im Hafen wartet. Wir hatten in der vorherigen Woche schon einmal mit unserer Agentin telephoniert, aber diese hatte uns mit dem Hinweis, dass der Zoll in Halifax nicht am Wochenende arbeitet vertrösten müssen. Nun sollte es aber soweit sein.

Nachdem die Formalitäten bei der Agentur vor Ort erledigt waren (Geld bezahlen und im Gegenzug Papiere erhalten), mussten wir zum Zoll, um das Auto einzuführen. Keine 2 Minuten später hatte Emma dann die Erlaubnis auch endlich einreisen zu dürfen. Unsere Agentin hatte sich aber noch was einfallen lassen und ein paar fällige Gefallen eingefordert und so durften wir unser Schätzchen schon am Montag Nachmittag statt wie üblich erst Dienstag Morgen abholen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank.

 

Als nächstes hieß es dann tanken, Essen kaufen und ab nach Hause, weil wir ja irgendwie in 2 Tagen nach Boston kommen müssen (da haben wir „leider“ Konzertkarten). Das einzige Problem, das uns am Dienstag Morgen den Kopf zerbricht ist ein Blizzard, der sich vom Süden der USA unaufhaltsam die Ostküste nach Norden arbeitet. Eigentlich sollten wir den so ungefähr auf Höhe der Grenze zwischen den USA und Kanada zu Gesicht bekommen. Als wir an die Grenze kommen ist aber noch alles ruhig. Auf Grund der zahlreichen Warnungen bloß nicht mit dem Auto unterwegs zu sein, hält sich nicht nur der Verkehr in Grenzen, wir sind auch das einzige Auto, dass einreisen will und haben so Individualbetreuung. Insbesondere der Potje hat es den Grenzern angetan, wir dürfen ihn aber schlussendlich doch behalten.

 

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